Imkerverein Creußen und Umgebung gemeinnütziger e.V.
 Imkerverein Creußenund Umgebung gemeinnütziger e.V.

BayernTourNatur 2014

Bericht und Fotodokumentation von Irene Lenk
 

Büchenbach, 27.7.2014. Die Menschen strömten zum Imkerfest. Vom morgendlichen Gottesdienst mitten in der Natur bis zum fränkischen Mittagstisch und bis zum Abschluss am Spätnachmittag mit plötzlichem Regen war immer etwas los. Dahinter stand der Imkerverein Creußen und Umgebung, der hier aktuell sein 90. Mitglied gewann und sowieso weitum bekannt ist: Zum Beispiel gehört Hermann Zimmermann aus Streitau bei Gefrees dazu, der irgendwann mal vorbei sah, um für seinen Gartenbauverein ein paar Bienenvölker zu erbitten und prompt zum Imker wurde. Oder der Bindlacher Professor Kai Uwe Totsche, der in Jena lehrt, und jetzt Führungen am Imkerlehrpfad anbot, die hoch gelobt wurden - und überlaufen waren. Seine Frau Monika Lichtenauer, eine Lehrerin an der VS Burghaig, betreibt sogar eine Schulimkerei  - vom Elternbeirat unterstützt.
Toni Herzing (mit Wabe) und Jungimker bei der Arbeit an der Beute

Die Imkerei boomt. Toni Herzing, der Chef des Vereins, weiß nicht, warum. Als er vor rund 15 Jahren begann, drohten die Imkerkurse gerade einzugehen, weil niemand mehr kam. Jetzt berichtet Barbara Bartsch, die staatliche Imker-Fachberaterin aus dem fernen Rödental (die zu diesem Fest auch einen Vortrag beisteuerte), wie oft sie schon nach Büchenbach kam, um Schulungen abzuhalten, und dass sie jedes Mal von über 50 Zuhörern empfangen wird. Toni Herzing ist selbst überrascht: "Dass sich sowas aufbaut?" Es liegt aber an ihm und seiner Frau Maria. Sie sind die Zugpferde. Sie steckten auch ein ganzes Jahr der Vorarbeit in dieses Fest.

Helfer vom Imkerverein Creußen mir Barbara Bartsch (2te v. links) Binenfachberaterin vom AELF Bayreuth

Knapp 50 Helfer aus dem Verein machten mit. Das Ergebnis erfüllte Toni Herzing mit Stolz: "Ich bin positiv überrascht“.  Wo ich hin schau, überall freundliche Gesichter, vom Kind bis zur Oma. Und unserem Verein gibt die Anstrengung dafür einen großen Zusammenhalt."

Er war um fünf Uhr früh aufgestanden, um die letzten Handgriffe zu tun. Er löste seinen Nachtwächter Bert Stötzel aus Bodendorf ab, der mit seinem Gebirgsschweißhund alles gesichert hatte, und wiesen jetzt viele Freunde ein, die begannen, ihre Stände zu bestücken. So sorgte Annemarie Arnold für ein Kinderprogramm, unterstützt von den Grünen (Schminken) und dem BN Pegnitz (Bumerangbau).

Barbara Schwind vom BN Creußen verteilte Infos zum Thema "Wildbienen", um Blumenwiesen statt Rasen in die Gärten zu bekommen. Eine Brennerei aus Pinzberg empfahl ihre Produkte und Steffi Steinmüller zeigte, wie man phantasievoll kleine Insektenhotels bauen kann. Kunstmaler Horst Welzel stellte aus und fertigte vor Ort ein Bienenbild, das gleich in die Tombola kam. Dafür hatte der BN auch zwei Obstbäume spendiert. Aber der Hauptpreis war ein ganzes Bienenvolk. Interessant war der Stand der "Vogtländischen Werkstätten" aus Greiz, vor allem für die Besucher von den Imkervereinen Auerbach, Eschenbach, Hummeltal und Scheßlitz. Denn in Greiz wirken allein 50 Behinderte in der Abteilung "Bienenzubehör", erklärte Friedhold Lindner. Ihre Beuten und Rähmchen sind seit elf Jahren auf dem Markt. Ganz neu arbeiten sie auch mit der Bayreuther Behindertenwerkstatt zusammen und hatten erstmals deren Teile dabei. "Das Gute beim Bau von Bienenkästen ist", erläuterte Lindner, "dass hier Menschen mit allen Graden von Behinderung mitmachen können." Beeindruckt waren alle Besucher vom Gottesdienst mit den Pfarrern Gerlinde Lauterbach und Josef Hell. Umrahmt wurde er vom Posaunenchor unter Jörg Fuhr. Josef Hell sprach die schöne Natur beim Bienenstand von Toni Herzing an: "Da muss doch jemand sein, der dafür einen Impuls gegeben hat. So kommen wir Gott nahe. Er hat uns aber auch die Verantwortung gegeben, diese Natur zu hegen." Er hob die Bedeutung des Honigs für die Menschheit hervor. Schon in der Bibel sei die Rede vom gelobten Land, wo Milch und Honig fließen.
Die Prominenz beim Entdeckeln (von Links: Bürgmeister Uwe Raab, MdL Gudrun Brendel Fischer, Toni Herzing, Rüdiger Wintersberger, Landrat Hermman Hübner und Kreisbäuerin Katrin Lang.

Ehrengäste waren Schirmherrin MdL Gudrun Brendel-Fischer, Landrat Herrmann Hübner, Bürgermeister Uwe Raab, der Bezirksvorsitzende der Imker, Rüdiger Wintersperger, weiter Kreisbäuerin Kathrin Lang und Ehrenkreisbäuerin Anna Brütting.
Gudrun Brendel-Fischer war generell beeindruckt von der Familie Herzing. "Ihr seid Trendsetter. Ihr habt Begeisterung bei mir entfacht, als ihr mir in meinen Obstgarten ein Bienenvolk gestellt habt. Mir ist bewusst geworden, wie schwerwiegend die Auswirkung des Bienensterbens sein kann“ .Maisalternativen würden auf Flächenversuchen durch die Landwirtschaftlichen Lehranstalten getestet, blühende Flächen durch Projekte angeboten und schon von Landwirten angenommen. In Bayern gebe es inzwischen 30 000 Imker. Es boomt das Imkern in der Stadt. Wichtig sei es nun, das Imkern auch in die Schulgärten zu bringen.

.Beginn der Führung auf dem Wald- und Imker-ehrpfad "Pfaffensteig" mit Prof. Kai Uwe Totsche

Hermann Hübner erinnerte sich an seinen Großvater, der sechs Bienenvölker auf dem Hof hatte und wo er immer helfen konnte. Aber heute seien die Bienen gefährdet: "Wir sind zu sorglos mit den Pestiziden umgegangen." Bürgermeister Uwe Raab dankte Toni Herzing für die großartige Leistung, so ein Fest auf die Beine zu stellen. Herzing sei es auch der Initiator gewesen, für das Anlegen des Bienenlehrpfades im Jahr 2001 und zeige sich noch heute für den Pflege verantwortlich.

Familie Herzing mit MdL Gudrun Brendel-Fischer (rechts) und Karin Weimann vom BürgerBüro MdL Gudrun Brendel-Fischer

Rüdiger Wintersperger betonte, wie wichtig auch Absprachen zwischen Imkern, Landwirten, Jägern und Fischern sind, und begrüßte die Förderung der Nachwuchsarbeit. Oberfranken habe im Moment 2200 Imker mit 13 000 Völkern und 23 Lehrbienenständen. Kathrin Lang ergänzte, dass die Biene in der Landwirtschaft das drittwichtigste Tier ist. Sie hob - wie alle Redner - abschließend noch eine Begabung hervor, die Toni Herzing besonders auszeichnet: Er begeistert die Jugend für die Bienen.

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