Imkerverein Creußen und Umgebung gemeinnütziger e.V.
 Imkerverein Creußenund Umgebung gemeinnütziger e.V.

Das Vortragsprogramm

Neben unseren regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen für (Jung)-Imker und an der Imkerei Interessierte bieten wir zu ausgewählten Themen der Imkerei Fachvorträge an.

 

Ökologie der Honigbiene und die Rolle der Imkerei

 

Ökologisches Imkern - Was kann, was soll das bedeuten!

 

Thermische Therapie der Varroose - Wärmebehandlung zur Varroa-Dezimierung

 

Faszination Bien: Eine Einführung in Biologie, (Sozio-)Physiologie und Ökologie der Honigbiene

 

Natürliche Kreisläufe, Ökosystemdienstleistungen und die Rolle der Honigbiene. Eine Einführung in Ökologie, sowie Stoff-, Energie-, Informationskreisläufe am Beispiel der Honigbiene.

 

Artenvielfalt und Bienenwohl: Biologische Diversität in der Bienenweide als eine der Grundlagen für ein gesundes und agiles Bienenvolk.

 

Mensch und Honigbiene: Eine Kulturgeschichte der Imkerei von der Raubimkerei bis zur ökologischen Bienenhaltung.

Referent ist Prof. Dr. Kai Uwe Totsche, Inhaber des Lehrstuhls für Hydrogeologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Imker und Mitglied Nr. 50 des IVC.

 

Sollten Sie Interesse an einem Fachvortrag im Rahmen einer Schulung oder einer Informationsveranstaltung haben, so können sie sich gerne per E-mail an uns wenden oder nutzen sie hierfür unser Kontaktformular.

Kurzfassungen zu den Vorträgen werden nach und nach erstellt und hier eingestellt:

Ökologie der Honigbiene und die Rolle der Imkerei

 

Die westliche Honigbiene (Apis mellifera L. ) ist in der europäischen Natur- und Kulturlandschaft ein unverzichtbarer Schlüsselorganimus. Im Verlaufe einer millionen-jahrelangen gemeinsamen Evolution hat sich ein beindruckend effektives, häufig spezialisiertes Miteinander zwischen der Honigbiene und einer unglaublichen Vielfalt an Blütenpflanzen entwickelt. Diese Vielfalt, mit Fachbegriff „Biologische Diversität“ oder einfach „Biodiversität“ bezeichnet, ist dabei nicht nur „schmückendes“ Beiwerk der Evolution, sondern handfeste Grundlage für eine Vielzahl von „Ökosystemdienstleistungen“. Zu diesen zählen die Speicherung von Kohlenstoff und Stickstoff, die Reinigung von Wasser und Luft, die Produktivität von Pflanzengesellschaften und der landwirtschaftliche Ertrag unserer Kulturpflanzen. Die Biodiversität beeinflusst aber auch wesentliche Eigenschaften der Ökosysteme selbst, wie deren Widerstands- und Anpassungsfähigkeit an sich wandelnde Umweltbedingungen. Die einzigartige Schlüsselrolle der Honigbiene manifestiert sich dabei nicht nur in ihrem unschätzbaren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Vielfalt der Blütenpflanzen. Sie findet sich insbesondere auch in ihrem Beitrag zur Produktion von Samen- und Früchten der Blüten- und Kulturpflanzen, die die Nahrungsgrundlage für Tiere einschließlich unserer Haustierarten und letztendlich auch für uns Menschen sind. Aber die westliche Honigbiene ist bedroht. Gegen die Varroamilbe, einen parasitierenden Neobionten aus Südostasien, hat sie evolutionär keine effektive Verteidigungsstrategie entwickelt bzw. entwickeln können. Ohne den Eingriff der Imkerinnen und Imker wären die Völker der westlichen Honigbiene dem Tode geweiht. Ein effektiver Schutz und damit das Überleben der Bienenvölker ist daher zwingend an den imkernden Menschen gekoppelt. Damit nimmt die Imkerei, das heißt die art-, ökologie- und fachgerechte Haltung der Honigbiene, zentrale Aufgaben und Verantwortungen in der Bildung und Pflege gesunder und starker Völker sowie der Absicherung der flächendeckenden Bestäubung wahr. Aufgrund der wechselseitigen Beziehungen der Honigbiene mit ihrer direkten natürlichen Umgebung muss sich jede Imkerin und jeder Imker darüber im Klaren sein, das die imkerlichen Tätigkeiten immer auch Auswirkungen auf das Ökosystem und damit auf dessen Funktionen und Eigenschaften haben: Die Ökologie der Honigbiene bestimmt damit zwingend auch die „Ökologie der Imkerei“.
Im Fachvortrag werden, ausgehend von einer Einführung in die Ökologie der Honigbiene, die Welt aus der Sicht des „Biens“ betrachtet und die einzigartigen und vielfältigen Beziehungen der westlichen Honigbiene zu ihrer natürlichen Umwelt diskutiert. Dabei wird die besondere Rolle der Imkerei dargestellt und die Notwendigkeit einer fachgerechten imkerlichen Praxis unter „ökologischen Gesichtspunkten“ abgeleitet.

(Univ.-Prof. Dr. Kai U. Totsche)

Thermische Therapie der Varroose - Wärmebehandlung zur Varroa-Dezimierung

 

Die Varroa-Milbe stellt eine der größten Bedrohungen der Honigbiene dar. Eine der wesentlichen Aufgaben in der imkerlichen Praxis ist daher die Bekämpfung der Varroa im Bienenvolk, die Vermeidung der Parasitierung der Völker Dritter sowie die Vermeidung der Reinvasion der eigenen Völker. Neben den auch in der ökologischen Imkerei zugelassenen, sehr wirksamen Therapieansätzen auf Basis organischer Säuren (z. B. Ameisensäure oder Milchsäure) ist bereits seit Mitte der 80-Jahre die Wärmebehandlung in Erprobung und seit den frühen 2000er Jahren auch im Einsatz. Mittlerweile sind mehrere Systeme zur thermischen Therapie der Varroose kommerziell verfügbar. Im Fachvortrag wird - ausgehend von der Biologie der Honigbiene - die Grundlagen der thermischen Therapie dargestellt und anhand eines Gerätes die Wärmebehandlung in der Praxis vorgestellt
(Univ.-Prof. Dr. Kai U. Totsche)

 

Faszination Bien  - Die Rolle der Honigbiene für die Funktionen genutzer Öksysteme im Anthropozän

 

Die Honigbiene nützt, fesselt, ängstigt und fasziniert den Menschen durch seine jahrtausendealte Kulturge-schichte hindurch. Schon der jungsteinzeitliche Mensch räuberte die Honigbiene wegen des süßen Honigs und als Quelle hochwertigen Eiweißes. Spätestens im Mittelalter erfuhr sie vor allem durch das Wachs besondere Wertschätzung und schließlich auch pflegende Behandlung in der Zeidlerei. Mit den aus Bienenwachs gewonnenen Kerzen konnten Mönch und Nonne bis tief in die Nacht in den klösterlichen Schreibstuben Folianten handschriftlich verzieren und duplizieren. Erst mit dem Aufkommen des Waltrans im 18ten Jh. und schließlich mit dem „Steinöl“, dem Petroleum, verlor die Bienenwachskerze ihre „erleuchtende“ Rolle. Dabei war die eigentliche und wesentliche Bedeutung der Honigbiene für den sesshaften und Landwirtschaft betreibenden Menschen unbekannt: Ihre Funktion als Bestäuber in der der Natur- und Kulturlandschaft. Durch ihren wirtschaftlichen Nutzen und ihre faszinierenden und beeindruckenden Leistungen ist die Honigbiene nicht nur ein seit Jahrhunderten studiertes und facettenreiches Forschungsobjekt. Sie ist insbesondere auch ein „Lehrmeister“ für das Verständnis des Zusammenwirkens der Tier- und Pflanzenarten. Es sind diese wechselseitigen Abhängigkeiten, die als Grundlage von Ökosystemen dessen Funktionieren definieren und kontrollieren. Am Sympathieträger Honigbiene lässt sich die Bedeutung ökologischer Kreisläufe für den Menschen im Anthropozän eindrücklich darstellen: Auf nahezu einmalige Art und Weise ist die Honigbiene mit ihrer Umgebung verbunden. Dabei reagiert und agiert der „Bien“, der „Superorganismus Honigbiene“, auf komplexe Art und Weise in unseren Ökosystemen hochsensibel auf Zustand und Veränderung in seiner unmittelbaren Umgebung. Eine effiziente und nachhaltige Nutzung der „Öksystemdienstleistungen“, z.B. die Produktion von Nahrungsmitteln, nachwachsenden Rohstoffen und Bioenergiepflanzen oder die Qualität des Grundwassers ist daher ohne die Honigbiene kaum vorstellbar. Der Vortrag informiert über die mannigfaltigen Vernetzungen der Honigbiene mit den wichtigen Naturkreisläufen. Dabei werden die Themenfelder Biodiversität, ihre Bedeutung für den Menschen und die Land- und Forstwirtschaft, die Wasser- und Luftreinhaltung und nachhaltige Nutzung der Kultur- und Naturlandschaft besprochen. Mit diesem Vortrag schloß auch das 4-wöchige Programm des Imkerverein Creußens zum Leitthema „Naturnahes Imkern – Biodiversität – Umwelt - Mensch“.

(Univ.-Prof. Dr. Kai U. Totsche)

Hier finden Sie uns

Imkerverein Creussen und Umgebung e.V.
91257 Pegnitz-Büchenbach

Kontakt

Schreiben Sie uns eine Email unter webmaster@imkerverein-creussen.de

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap
Alles rund um das naturnahe, extensive Imkern